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Kitesurfing Kiel - Mauritius- Trauminsel im Indischen Ozean (by Christof Nickel / Schirin Massoudi 2002)

Knapp 12 Flugstunden von Frankfurt, 800 km östlich von Madagaskar und 2000 km östlich von Afrika und liegt Mauritius mit Traumhotels Traumstränden, vielen bekannt als "honeymoon"-Insel für Frischvermählte. Aber Mauritius hat auch viele Vorteile, die vor allem Surfer einladen, die Insel zu besuchen. So weht zwischen Juli und September ein konstanter Südost-Passat und da die Insel mitten im Indischen Ozean liegt rollen traumhafte Wellen ans Riff. Ist die Insel nach dem langem Flug erreicht (u.a. mit Air Mauritius und Condor; Surfgepäck kostet 80€, bzw. 50€) landet man auf dem Flughafen in Plaissance im Südosten der Insel. Der Hauptsurfspot "Le Morne" liegt im Südwesten und ist nach 1 Stunde Autofahrt durch Zuckerrohrfelder und entlang dem Meer erreicht. In "Le Morne" erwarten einen traumhafte Surf- bzw. Kitebedingungen. Direkt vor dem Strand liegt eine ca. 700x700m große Lagune, die außer bei Hochwasser fast durchgehend stehtief ist. Etwa 300m vom Strand liegt das innere Riff, mit brechenden Wellen zwischen 1-3m. Hier sind viele Windsurfer, so dass man als Kitesurfer aufpassen muss. Trotzdem kann man bei weniger Wind, wenn die Windsurfer noch nicht auf dem Wasser sind, seinen Spaß haben. Wenn man ausreichend Mut hat und seinem Material vertraut, kann man an das etwa 2km entfernte "outside-reef" "Manawa" surfen. Hierzu muss man durch einen großen Channel mit starker Strömung. Der Wind ist draußen leicht ablandig. Man hat also im Notfall keine Chance ohne fremde Hilfe wieder an das Ufer zu gelangen. Es erwarten einen 3-5m hohe Wellen, die sauber über das Riff brechen. An einem Tag hatten wir dort auch über masthohe Wellen, so dass der Spot ziemlich anspruchsvoll ist.

Für absolute Spezialisten gibt es noch den Top-Wave-Spot "One Eye" mit einer "supercleanen" Welle, die definiert über ein flaches Riff bricht. Hier gewaschen zu werden bedeutet aber, über das Riff gezogen zu werden, welches je nach Tidestand zwischen 20 und 50cm tief ist. Die Wellen sind zwischen 2-4m hoch. Ganz ungefährlich ist das Surfrevier "Le Morne" nicht, wie man leider an dem tragischen Todesfall eines Windsurfers im Sommer dieses Jahres sehen konnte. In der Lagune entsteht teilweise eine sehr starke Strömung, die einen durch den Channel auf das offene Meer hinausziehen kann. Bei extremer Ebbe kommen Korallenpilze recht nah an die Oberfläche, so dass es für Windsurfer durch die Finne und für Kiter beim Springen eng werden kann. Vor allem für Kitesurfanfänger, die ihren Drachen noch nicht voll beherrschen und Probleme mit dem Höhelaufen haben, droht nach Lee "One Eye" mit seinem gefährlichen Riffgürtel mit den hohen Wellen. Zusätzlich besteht in Lee eine Windabdeckung, sodass Höhelaufen und Anlanden fast unmöglich wird. Es wird zwar von allen aufgepasst und falls jemand Probleme hat, fährt ein Fischerboot oder jemand vom Surfcenter "Le Morne" raus, um zu helfen. Apropos Surfverleih. Es gibt ein Surfcenter. Dort werden RRD Windsurfboards mit North-Segeln verliehen. Hier sollte man aber von Europa aus vorbuchen, da das Surfcenter in der Hochsaison ausgebucht ist.

Die Lufttemperaturen sind in Mauritius das ganze Jahr über angenehm. Zu unserer Reisezeit im August, also im dortigen Winter war es tagsüber 26-28 Grad und abends um 20 Grad warm, aber es regnete häufig. Die Regenschauer ziehen innerhalb weniger Minuten auf, dann regnet es sehr stark und nach einer halben Stunden ist wieder schönstes Wetter. Dies kann aber mehrfach am Tag passieren. In dieser Zeit ist auch der Wind recht unkonstant. Gegen Nachmittag beruhigt sich die Wettersituation und der Wind wird konstant. Meistens bin ich North Toro 8.0 und North Rhino 9.3, seltener einen North Rhino 12.0 gefahren. Die Wassertemperatur war etwa 22 Grad. Kurzarmanzug bzw. Shorty ist zu empfehlen. Ganz harte Surfer waren aber auch in Shorts unterwegs.

Wohnen kann man entweder direkt am Spot in einem der Luxushotels. Am nächsten liegt das "Berjaya Le Morne". Hier wohnen viele Surfer. Zum Spot und zum Surfverleih sind es nur ein paar Meter. Etwas günstiger ist eine Privatunterkunft. Appartements oder auch Häuser gibt es in "Le Morne" (2km vom Spot) ohne Infrastruktur oder in "La Gaulette"(6km) mit vielen Einkaufsmöglichkeiten. Wir haben in "La Gaulette", in einem Appartement von Jay Luximon (jayreshma@hotmail.com) gewohnt. Jay vermietet zwei schöne große 4-Bett Appartements in einem neuen Haus mit Blick auf den indischen Ozean (60€ pro Tag). Er kümmert sich um alles und löst Probleme. In "La Gaulette" findet man alles, was man braucht. Supermarkt, Internet, Telefon, Restaurants. Trotzdem ist "La Gaulette" keinesfalls ein Touristenort. Hier ist alles noch sehr ursprünglich, obwohl in den letzten Jahren viel Bautätigkeit eingesetzt hat. Zum Essen ist "Mamma´s" rechts neben dem Supermarkt und der gelbe Straßenimbiss, schräg gegenüber, auf der Meeresseite zu empfehlen. Sieht zwar von außen nicht gerade einladend aus, das Essen ist aber umso besser und günstig. Bei "Mamma´s" sind vor allem die Pfannkuchen als Nachtisch lecker.

Mietwagen auf Mauritius sind sehr teuer. Ein Auto über eine europäische Autovermietung zu mieten, kann 50€ pro Tag kosten. Besser ist es den Wagen über die Wohnungsvermittler zu beziehen. Dann kostet der Wagen aber immer noch 20-25€ pro Tag. Dies sind zwar irgendwelche Privatwagen, aber sie fahren.

Mauritius-"Le Morne" bietet zwischen Juli und September ein windsicheres Reiseziel, mit wahlweise Flachwasser und anspruchsvollen Wellenspots. Eine Reise nach Mauritius lohnt sich, außer für den absoluten Kitesurfanfänger, für jede Könnerstufe, da es für jeden die richtigen Surfverhältnisse gibt. Preislich liegt Mauritius sicherlich leicht über dem Niveau, obwohl man auch günstig unterkommen kann.

Übrigens, Windfinder.com funktioniert auch in Mauritius per SMS und die Vorhersagewerte sind recht genau.

Gruss aus Kiel

Chris Nickel (cnickel@kitesurfstudie.de)

Schirin Massoudi

Info über Wohnungen findet man im Internet u.a. bei http://site.voila.fr./sunsetvilla www.mauritius-2000.de

www.kitesurfing-kiel.de