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Tarifa
Name des Spots: Tarifa
Gewässer/Küstenabschnitt: wo sich Atlantik und Mittelmeer vereinigen
Ort oder Stadt: Tarifa
Land : Spanien
Name des Autors: Niki Förderreuther
e-mail Adresse für Rückfragen: nf@eleon.de
Infos zum Wind:
In Tarifa gibt es zwei Windrichtungen: Levante und Poniente.
Beide Winde wechseln sich mit schöner Regelmäßigkeit ab und treten
jeweils zu etwa 50% auf. Der Levante ist ein sehr starker und etwas
böiger Wind, der leicht ablandig kommt. Der Levante entsteht, wenn es
über Afrike ein fettes Hoch hat und über dem Atlantik ein Tief. Vorbote
ist, wenns über Afrika richtig diesig wird. Der Levante ist zum Kiten
nur bedingt geeignet. Der zweite Wind, der Poniente, kommt schräg
auflandig und ist ideal. Es ist ein sehr kühler Wind der vom Atlantik
kommt (Hoch über dem Atlantik, Tief über Afrika / Spanien). Der Poniente
kommt mit 4-6 Bft rein und ist ideal zum Kiten.
Ich war schon oft und zu den verschiedensten Zeiten in Tarifa und habe
immer ca. 90% Wind gehabt. Ich hab aber auch Glück gehabt, im letzten
Sommer hatten wohl einige Pech. Normalerweise ist Tarifa zu allen
Jahreszeiten extrem windsicher. Im Winterhalbjahr ist es nur was für
Könner, da teilweise ordentlich Wellen reinkommen. Im Sommer bei
Poniente auch für Beginner gut geeignet.
Der Wind fängt immer erst gegen Mittag an, so dass man sich bis dahin
vom mitunter ausgezeichneten Nachtleben erholen kann.
Infos zum Wasser:
Keine Hindernisse, keine Gefahren im Wasser. Normalerweise
kabbeliges Flachwasser, manchmal und v.a. im Winterhalbjahr kann man
schöne Wellen haben. Im Winter können absolute Anfänger jedoch in die
Lagune ausweichen, die im Winter voll läuft. Dort ist dann Flachwasser.
Allzu weit rausfahren sollte man jedoch nicht, in Tarifa hats viel
Viecherzeugs (Orcas, Haie). Die sind aber eigentlich alle draussen in
der Straße von Gibraltar, und meines Wissens gab es noch keinen einzigen
Haiangriff auf einen Surfer.
Infos zum Strand:
Tarifa hat fantastische kilometer lange Sandstrände. Es gibt
jedoch ausgewiesene Kitezonen, an die man sich in der Hauptsaison
unbedingt halten sollte. Zur Nebensaison ist es egal.
Grundsätzlich zu den Spots: es gibt bei Poniente zwei Hauptspots, die
beide an der Atlantikseite sind, ca. 10 km nach Tarifa wenn man Richtung
Cadiz fährt. Beide sieht man von der Straße aus. Der eine Spot heißt
Playa de los lances und ist der Hauptspot im Sommer. Er zeichnet sich
durch gleichmäßige Winde aus und hier tummelt sich alles. Zur
Hauptsaison sind da schon mal an die 80 (!) Kiter gleichzeitig auf dem
Wasser. Der nächste Spot heißt Las Dunas. Dort ist der Wind aufgrund
einer leichten Verstärkung durch die Topographie etwas besser, jedoch
ein bisschen böiger. Aber beides sind Spots wie man sie sich nur
wünschen kann: Sandstrand, ordentlich Wind, Afrika am Horizont, und
viele fliegende Männer. Und nicht zu verachten die süssen spanischen
chicas am Strand, die sich bevorzugt um die Kiter scharen.
Bei Levante ändert sich alles: an der Düne und am Playa de los Lances
ist i.d.R. kiten nicht mehr oder nur unter Schmerzen möglich: 8 Bft. und
Böen die noch mal was drauf legen, bei leicht ablandigem Wind, da lässt
mans lieber bleiben. Bei Levante fährt man mit dem Auto zu einem der
Ausweichspots:
(1) Canos de Meca (super Wellen und eigentlich immer die erste Adresse);
einfach weiter Richtung Cadiz fahren, ca. 1/2 Stunde Fahrt
(2) Playa de Getares (funktioniert manchmal und ist recht nah); erste
Ausfahrt in Algeciras rechts runter an den Strand nehmen
(3) Sotogrande: fiese Ölpest in der Nähe von Gibraltar
Wenn man unsicher ist wohin erkundigt man sich am besten am ersten
Kitespot auf der rechten Seite, wenn man nach Tarifa reinfährt. Dort
hängen immer ein paar locals rum, mit denen man sich absprechen kann.
Sonstige Infos:
Man kann an den Spots parken, oft jedoch ist eine geringe
Gebühr fällig. Es gibt überall sog. chiringuitos, kleine Bars an denen
man eine cerveza oder einen tinto de verano nimmt und sich einen Chicken
Burger zur Wiederherstellung der Kräfte genehmigt. Fantastisch ist die
Stimmung an den Stränden und an den chiringuitos.
Livestylte-orientierter Sport- und Körperkult mischt sich mit
Aussteigermentalität. Kann man schlecht beschreiben, aber wirklich
klasse. Das Niveau der Kiter ist teilweise sehr hoch. Der Luftkampf wird
direkt in Ufernähe ausgetragen, um die sich dort tummelnden chicas zu
beeindrucken. Da ab und an auch mal ein Kite in die Menge donnert,
Freundin lieber mit etwas Abstand positionieren. Aber Freundin kann
unbesorgt mitgenommen werden, auch als Nichtkiterin wird sie sich dort
wohlfühlen. Die Stimmung und das Ambiente sind so gut, dass sie jeden
sofort in ihren Bann ziehen.
Wegbeschreibung:
Am besten nimmt man nach Tarifa einen Flieger nach
Malaga oder Jerez de la Frontera. Von dort ist ein Mietwagen Pflicht.
Ca. 2 Stunden Fahrt nach Tarifa, aber auch in Tarifa ist man aufs Auto
angewiesen, da die Spots verteilt sind und ausserhalb von Tarifa sind.
Zum Nachtleben oder einfach nur Essen gehen und in Bars abhängen muss
man nach Tarifa reinfahren.
Wohnen kann man günstig auf diversen Campingplätzen oder in Apartments.
Die Hotels (z.B. Hurricane) sind recht teuer, aber fantastisch gelegen.
Ist aber nicht notwendig, es sei denn man schaut eh nicht aufs Geld. Am
besten eins der günstigen Hostales oder apartamentos nehmen. Auch
Bungalows gibt es in Spotnähe.
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